Wie wird die TELC-Prüfung bewertet? Punkte, Bestehen und Zertifikat erklärt
300 Punkte, fünf Teilprüfungen, eine 60-Prozent-Regel, die es in sich hat: Wer weiß, wie telc tatsächlich rechnet, kann seine Vorbereitung gezielter planen – und versteht am Prüfungstag, worauf es wirklich ankommt.
🧮 Fünf Teilprüfungen, ein gemeinsames Punktekonto
Eine telc-Deutschprüfung – ob B1, B2 oder C1 – besteht aus fünf einzeln bewerteten Teilen: Lesen, Sprachbausteine und Hören im schriftlichen Teil, dazu Schreiben und Sprechen. Am Ende dieses Artikels zeigen wir dir die genaue Punkteverteilung am Beispiel der telc Deutsch B1-Prüfung, weil sie am besten dokumentiert ist. Das Prinzip dahinter – fünf Teile, ein Gesamtkonto von 300 Punkten, eine 60-Prozent-Hürde – gilt in dieser Form für die meisten allgemeinen telc-Zertifikatsprüfungen, die genaue Punktzahl pro Teil kann sich je nach Niveau aber leicht unterscheiden. Prüfe im Zweifel den offiziellen Modellsatz deines Niveaus.
| Prüfungsteil | Punkte | Anteil |
|---|---|---|
| Lesen | 75 | 25 % |
| Sprachbausteine | 30 | 10 % |
| Hören | 75 | 25 % |
| Schreiben | 45 | 15 % |
| Sprechen | 75 | 25 % |
| Gesamt | 300 | 100 % |
Quelle: offizieller telc-Übungstest „Zertifikat Deutsch B1" (telc.net)
✅ Wann gilt die Prüfung als bestanden?
Hier liegt der Punkt, den viele unterschätzen: Es reicht nicht, insgesamt 60 % zu erreichen. Bestanden hast du nur, wenn alle drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:
- Mindestens 180 von 300 Punkten insgesamt (60 % der Gesamtpunktzahl)
- Mindestens 135 von 225 Punkten im schriftlichen Teil – also in Lesen, Sprachbausteine, Hören und Schreiben zusammen (ebenfalls 60 %)
- Mindestens 45 von 75 Punkten im mündlichen Teil, also beim Sprechen (ebenfalls 60 %)
🏅 Die Notenskala
Deine Gesamtpunktzahl entscheidet über die Note auf dem Zertifikat:
| Punkte | Note |
|---|---|
| 270–300 | sehr gut |
| 240–269,5 | gut |
| 210–239,5 | befriedigend |
| 180–209,5 | ausreichend |
| unter 180 | nicht bestanden |
Die Note steht zusätzlich zur bestandenen Prüfung auf dem Zertifikat, hat aber für die meisten Zwecke – Einbürgerung, Ausbildungsplatz, Aufenthaltstitel – keine eigene Bedeutung: Entscheidend ist in der Regel nur, dass die Prüfung bestanden ist, nicht mit welcher Note.
📝 Wie wird Schreiben bewertet?
Beim schriftlichen Ausdruck schreibst du meist eine informelle oder halbformelle E-Mail zu vier vorgegebenen Punkten. Bewertet werden unter anderem inhaltliche Vollständigkeit (hast du alle vier Punkte angesprochen?), Textaufbau, Wortschatz und Grammatik sowie die Kommunikationsfähigkeit insgesamt. Die Rohpunktzahl wird anschließend auf die 45 möglichen Punkte hochgerechnet – ein häufiger Fehler ist deshalb, einen der vier Punkte schlicht zu vergessen, weil dadurch überproportional viele Punkte verloren gehen.
🗣️ Wie wird Sprechen bewertet?
Die mündliche Prüfung läuft meist als Paarprüfung und gliedert sich in drei Teile: Kontaktaufnahme (kurzes gegenseitiges Vorstellen), ein Gespräch über ein Thema sowie eine gemeinsame Planungsaufgabe. Bewertet wird unter anderem, wie flüssig und verständlich du sprichst, wie angemessen dein Wortschatz ist und wie gut du im Gespräch auf deinen Prüfungspartner bzw. deine Prüfungspartnerin reagierst – Sprechen ist hier ausdrücklich eine Interaktion, kein Monolog.
Das hängt vom Prüfungszentrum und dem genauen Prüfungsformat ab. Bei manchen telc-Prüfungen ist eine Wiederholung nur eines nicht bestandenen Teils möglich, bei anderen muss die gesamte Prüfung neu abgelegt werden. Frag das am besten direkt bei deinem Prüfungszentrum nach, bevor du dich anmeldest.
Nein. Sprachbausteine besteht aus zwei Teilen: Teil 1 prüft vor allem Grammatik in Lückensätzen, Teil 2 prüft, ob du im Kontext eines zusammenhängenden Textes das passende Wort aus mehreren Optionen auswählen kannst – das ist eher Wortschatz- als reine Grammatikarbeit.